Wissenschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Wirkung/Transfer
Wir forschen und lehren zu den Chancen und Risiken von Wissenschaftskommunikation in polarisierten gesellschaftlichen Kontroversen, z.B. zu den Debatten um die Regulierung von Genom Editierung, den Klimawandel, die Digitalisierung u.a.m.
Uns interessiert zum Beispiel, wie die Medien über diese Themen berichten, welche Akteure sich in diesen Debatten mit welchen Argumenten zu Wort melden, wie die Medieninhalte auf das Medienpublikum oder auf involvierte Akteure wirken (z. B. Wissenschaftler oder Umweltschützer) und wie sie politische oder gesellschaftliche Prozesse beeinflussen.
5014132 – Proseminar Wissenschaft und Öffentlichkeit, Kurs A
Das Seminar „Wissenschaft & Öffentlichkeit“ befasst sich mit dem Zusammenwirken von Wissenschaft, Medien und Öffentlichkeit aus einer kommunikationswissenschaftlichen und psychologischen Perspektive. Welche Medien nutzen Menschen, um sich über Wissenschaft zu informieren und warum? Wie wirkt sich diese Mediennutzung auf Wissen, Einstellungen und Meinungen aus? Welche Rolle spielen Bildung und Emotion? Die Studierenden lernen, grundlegende Theorien der Medienwirkungsforschung auf wissenschaftsbezogene Themenfelder anzuwenden und zu reflektieren.
Dozentinnen: Prof. Dr. Senja Post, Maria Röhreich
5014509 - Hauptseminar, Transfer wissenschaftlicher Erkenntnis und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation – aktuelle Fragen und Antworten in Theorie und Empirie
Argumentation in Debatten um Migration und Kriminalität
Nach einem demokratietheoretischen Ideal tauschen Teilnehmende an öffentlichen Diskursen sich über ihre Standpunkte aus und begründen sie mit Argumenten. Je nach ihrem Rollenverständnis können Journalistinnen und Journalisten aktiv mit eigenen Standpunkten und Argumenten an diesem Austausch teilnehmen oder sie können diesen Austausch moderieren, indem sie bei Akteuren nachfassen, ihre Argumente einfordern und prüfen. Doch wie gut gelingt dieser Austausch bei kontroversen Themen? Können wir in medienvermittelnden Diskursen von einem Argumentaustausch reden oder reden Beteiligte Akteure vielmehr aneinander vorbei? Wie gut und womit werden Standpunkte begründet? Um diese Fragen sollen in unserem Forschungsmodul gehen. Unser Fallbeispiel ist die Debatte um Kriminalität von Migranten. Angeleitet von philosophischen Verfahren zur Argumentanalyse und kommunikationswissenschaftlichen Analysen der „Argumenttiefe“ in Kontroversen sollen Studierende in Projektgruppen standardisierte Messinstrumente (Codebuch) zur Analyse der Argumentation in der Debatte um Migration und Kriminalität erstellen und ihre Messinstrumente probehalber zur Anwendung bringen (Probecodierungen).
Dozentin: Prof. Dr. Senja Post
5014510 - Übung, Anwendung quantitativer empirischer Kommunikationsforschungsmethoden
Die Übung und das Hauptseminar „Transfer wissenschaftlicher Erkenntnis und Wirkungen von Wissenschaftskommunikation“ sind eng miteinander gekoppelt und aufeinander abgestimmt. Während im Seminar zunächst Grundlagenwissen über Argumente, Begründungen und ihre Analyse vermittelt und vertieft wird, arbeiten die Studierenden in der Übung an eigenen Forschungsprojekten.
Dozentinnen: Prof. Dr. Senja Post, Maria Röhreich
5014511 - Hauptseminar, Vertiefung Journalismus und Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, Kurs A
Journalismus über Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit aus der Wissenschaft operieren in einer komplexen Gemengelage. Zum einen erfüllen Journalismus und Wissenschaft unterschiedliche gesellschaftliche Funktionen und unterliegen deshalb unterschiedlichen Handlungsrationalitäten. Deshalb kann es zu „Übersetzungsfehlern“ und Zielkonflikten in der öffentlichen Darstellung von Wissenschaft durch Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit kommen. Zum anderen betten sich Journalismus über Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit aus der Wissenschaft ein in gesellschaftspolitische Debatten und haben damit häufig eine politische Relevanz. Deshalb kann es zu einer Vermischung von politischen und wissenschaftlichen Diskursen kommen.
Gegenstand dieses Seminars ist der Journalismus über Wissenschaft und Öffentlichkeitsarbeit aus der Wissenschaft in dieser Gemengelage.
Zielsetzungen
Die Teilnehmenden des Seminars sollen
- Die Grundlagen journalistischer Berichterstattung über Wissenschaft in gesellschaftspolitischen Kontroversen verstehen;
- Aktuelle Probleme und Potenziale des Journalismus über Wissenschaft erkennen;
- Das Spannungsfeld zwischen Wissenschaft, Journalismus und Politik verstehen;
- Das Verhältnis zwischen Journalismus und Expertise im Medienwandel verstehen;
- Zielkonflikte zwischen dem Journalismus über Wissenschaft und der Öffentlichkeitsarbeit aus der Wissenschaft verstehen und erkennen.
Dozentin: Prof. Dr. Senja Post
5014527 - Projektseminar, Meinungsklima in der medialisierten Gesellschaft: Entwicklung und Test experimenteller Designs
Das Projektseminar beschäftigt sich mit der Wahrnehmung öffentlicher Meinung in medialisierten Gesellschaften und insbesondere mit der Frage, wie solche Wahrnehmungen systematisch verzerrt werden können. Im Zentrum stehen Konzepte wie Meinungsklima, wahrgenommene Mehrheiten und pluralistische Ignoranz sowie die Rolle von Medien bei der Entstehung solcher Wahrnehmungen. Das Seminar ist forschungsorientiert angelegt und verbindet inhaltliche Perspektiven der Kommunikationswissenschaft mit einer Einführung in experimentelle Designs. Die Studierenden entwickeln in Kleingruppen eigene experimentelle Studien, mit denen sie Effekte von medialen Darstellungsweisen auf Wahrnehmungen öffentlicher Meinung untersuchen. Dabei werden zentrale methodische Schritte von der Hypothesenentwicklung über die Operationalisierung und Datenerhebung bis hin zur Auswertung und Präsentation der Ergebnisse praktisch erprobt. Das begleitende Präsentationskolloquium dient der kontinuierlichen Betreuung der Projekte und bietet Raum für Diskussion, Feedback und Gruppenarbeit. Ziel ist es, ein grundlegendes Verständnis experimenteller Forschung zu vermitteln und dieses eigenständig auf kommunikationswissenschaftliche Fragestellungen anzuwenden.
Dozent: Lukas Schmidt
Informationen zu Abschlussarbeiten
Als Studierende am Department für Wissenschaftskommunikation, können Sie bei uns am Lehrstuhl Wissenschaftskommunikation mit dem Schwerpunkt Wirkung/Transfer eine Abschlussarbeit verfassen. Abschlussarbeiten können sich damit beschäftigen, wie in Umwelt- und Nachhaltigkeitsdebatten kommuniziert wird, welchen Informationen sich Akteure zuwenden oder wie Kommunikation auf gesellschaftliche Akteure wirkt. Grundsätzlich gibt es zwei Typen von Abschlussarbeiten:
1. Literaturarbeit: Sie erheben den Sachstand zu einer Forschungsfrage auf der Grundlage der verfügbaren Literatur. Sie stellen eine gesellschaftlich oder praktisch relevante Forschungsfrage, identifizieren auf der Grundlage wissenschaftlicher Literaturrecherchen die relevante Forschungsliteratur und arbeiten diese durch, um die relevanten Befunde zur Beantwortung Ihrer Frage sowie zur Identifizierung von Wissenslücken zu kondensieren.
2. Forschungsarbeit: Sie beantworten eine klar umrissene Forschungsfrage auf der Grundlage einer empirischen Erhebung. Sie stellen eine Forschungsfrage, leiten auf der Grundlage der existierenden Forschungsliteratur Ihre Forschungshypothesen und prüfen sie auf der Grundlage einer zielgerichteten, systematischen und nachvollziehbaren Datenerhebung.
Wir erwarten von Ihnen außerdem, dass Sie die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens beherrschen. Sie sollten bspw. sicher zitieren (APA7) und Ihre Abgaben müssen den entsprechenden Formalitäten genügen.
Interessenten wenden sich bitte an einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und vereinbaren einen Sprechstundentermin.